Das Losament

Das Losament ist unser Keller. Treffpunkt für Arbeitskreise, Stammtische, Jahreshauptversammlungen, heiße Feten und andere Veranstaltungen…!

Im Folgenden wird über einige der “Veranstaltungs-Highlights” etwas näher berichtet.

Leseabend „Suff und Fraß“ im Losament am 17. Mai 2013

Nach dreijähriger Pause organisierten die Ambosaten der Landsknechtsgruppe Bretten 1504 e.V. wieder einen Leseabend im Landsknechtskeller. Die Veranstaltung war gut besucht und die zahlreichen Gäste durften sich auf 15 verschiedene Texte freuen.

Bereits bei der Vorbereitung wurde klar: Über das Essen wurde geschrieben und über´s Saufen gesungen. Es wollten sich schlicht und ergreifend keine Texte finden lassen, die sich mit dem Trinken beschäftigen. Dementsprechend wurde der literarische Teil professionell vorgetragen von Sonja Winkler, Judith Fritz, Axel Bajus und Clemens Fritz. Die musikalische Untermalung übernahm die Gruppe „Humpenflug“ mit Uwe Liebig, Martin Zonsius und Alexandra Hohmann. Unterstützt wurde Humpenflug durch Mitglieder der „Eggefeger“. Manche Strophen des vorgetragenen Liedgutes wurden auch von den Gästen mitgesungen, geträllert und gesummt.

Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung der Akteure durch Ulrich Hohmann, folgte eine wissenschaftliche und evolutionsgeschichtliche Aufklärung von Matthias Gelb. Der zur Verfügung gestellte Torso für die Erläuterung des Verdauungsvorganges war aufgrund eines Missverständnisses nicht notwendig. Matthias improvisierte souverän und demonstrierte stattdessen anhand des Modells die für einen durchschnittlichen Junglandsknecht notwendigen Organe.

Zu Beginn der eigentlichen Lesung lauschte das Auditorium der Beschreibung des ausschweifenden Gastmahls des Trimalchio, das Titus Petronius zu Kaiser Neros Zeiten verfasste. Nach dem opulenten Mahl ging Gregor der Große im 6. Jahrhundert der Frage nach: „Kann denn Essen Sünde sein?“. Seinen Ausführungen zufolge sind Völlerei und Wollust anders zu behandeln als die anderen Todsünden. Schließlich handelt es sich dabei um Grundbedürfnisse des Menschen, hängt doch das Überleben des Individuums und der Spezies davon ab. Seine klare Antwort auf die Frage lautet: „Wir dürfen essen und Sex haben, solange wir es nicht mögen.“

Nach dieser grundlegenden Erkenntnis folgte die Predigt von Berthold von Regensburg. Er beklagte, dass früher einmal die Frauen sehr gut erzogen waren, jetzt aber Ring und Kopftuch vertrinken und dem Mann, der sein Schwert vertrinkt in nichts mehr nachstehen.

In den Canterbury Tales lässt Chaucer Geoffrey um 1340 den Pfarrer erklären, dass es keine Todsünde ist, „wenn ein Mensch nicht an das starke Getränk gewöhnt ist oder die Macht desselben nicht kennt oder so gearbeitet hat, dass er mehr als sonst trinkt“, was sehr zur Beruhigung der Zuhörerschaft beitrug.

Es folgte ein weiteres Traktat über die „leiblichen Genüsse guter und unguter Art“ in dem die Meinung vertreten wird, dass „das Fressen und Saufen Gott gar wohl gefällt“ während „das „Fudeln“ keine Gabe von Gott ist und nichts als pure Lust“.

Die Beschreibungen von Speisenfolgen, die anlässlich zweier Hochzeiten Mitte des 16. Jahrhunderts aufgetischt wurden, sorgten für ein aufkeimendes Hungergefühl bei den Zuhörern.

Vor der Pause folgten jedoch zuerst die etwas derben Ausführungen des Gargantua aus der Feder des Francois Rabelais, der vor dem Frühstück neben dem Räuspern und Rülpsen auch alle Arten von menschlichen Ausscheidungen von sich gibt. Den ersten Teils der Lesung schloss ein Text von Hans Sachs. „Das Schlaraffenland“ – Paradies des Nichtstuns und müßig essenden Herumliegens.

Die mittlerweile sehr hungrigen Gäste labten sich in der Pause am Büfett, für das Inge Frömmel und Gabi Knirsch-Neubauer verantwortlich waren. Sie reichten nicht nur Spanferkel, Pute, Kraut, Kartoffelsalat und Meerrettichsoße, sondern sorgten auch den ganzen Abend dafür, dass keiner der Anwesenden dürsten musste.

Nach der Pause folgten zwei sehr unterschiedliche Texte aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Die Anmoderation sorgte für kurzzeitige Verwirrung bei den Lesern, die Reihenfolge konnte jedoch spontan an die Moderation angepasst werden. Der nun erste Text schilderte die unsagbare Hungersnot der Bevölkerung, der zweite beschrieb das Festmahl des Gubernators dem der Simplicius als Page beiwohnt.

Mit Sebastian Brant gab es einen kurzen Sprung zurück zur spätmittelalterlichen Moralsatire „Narrenschiff“. Mit dem Schwank der drei Zecher war jedoch endgültig die Neuzeit erreicht. Der Gerber, der Schlächter und der Maler verführen den Teufel zu Suff und Fraß, entgehen so dem Gang in die Hölle und geben dem neu gewonnenen Freund kurzerhand ihre keifenden Weiber mit auf den Weg.

Unter allgemeinen Schaudern des Publikums folgte eine Passage aus der „Blechtrommel“ von Günter Grass. Anschließend sorgt die Beschreibung der Küche Schnepf „an der Fusionsgrenze“ von Harald Hurst für Erheiterung, wenn auch die Lesenden mit dem schwäbischen Dialekt für die anwesenden Schwaben deutlich an ihre sprachlichen Grenzen stießen. Das tat dem Hör-Genuss aber keinen Abbruch. Mit der Geschichte „Das Auge des Hammels“ in der Vincent Klink seine jemenitischen Erfahrungen mit Scheich Naiji am südlichen Zipfel der arabischen Halbinsel beschreibt, wurde die Grenze Europas überschritten und die Lesung war zu Ende.

Im Anschluss folgte das Dessert mit Mousse au Chocolat, saurer Grütze und einer Käseplatte. Damit wurde der durchweg gelungene Abend abgerundet und beendet.

Autor: B. Kafka, Bilder: J. Ertelt

Stammtisch einmal anders am 16.04.2011

Normalerweise finden die Stammtische der Landsknechtsgruppe an einem Freitag Abend statt. Nicht so dieser! Er wurde ausnahmsweise auf einen Samstag Abend verlegt und das hatte seinen guten Grund, zeigten doch an diesem Abend einige Arbeitskreise aus der Gruppe, was sie in der letzten Zeit so alles neu erarbeitet hatten.

Zur Einstimmung erfreute die Landsknechte und Marketenderinnen das Spiel mit Trommeln und Pfeifen, gefolgt von den jungen und ganz jungen Kämpfern.

Einige zeigten Ringkampftechniken, andere demonstrierten Übungen bzw. Übungssequenzen aus dem Training für den Schwert- bzw. Stockkampf.

Aufgrund des Wetters ging es anschließend im Losament weiter.

Ein neues Vereinslogo war vom Arbeitskreis Medien entwickelt worden. Auch die Website wurde bzw. wird neu gestaltet. Wer wollte, konnte  sich ein T-Shirt mit dem neuen Logo bestellen, in Herren- bzw. Damenpassform. Man beachte den feinen Unterschied.

Anschließend wurden die Ergebnisse des Arbeitskreises Frauen über die Rolle der Frauen im Tross vorgestellt.

Natürlich wurde auch bedacht, dass sich irgendwann vielleicht Hunger und noch mehr Durst einstellen könnten. Deshalb verwöhnten Inge und Natascha die Landsknechte und Trossfrauen mit einem leckeren Essen. Sie sorgten auch dafür, dass es beim Austeilen geordnet zuging.

Doch der Abend war noch nicht zu Ende. Mit Hilfe der neuen Medien PC und Beamer  gab es dann noch eine Bildervorführung zu den Ausfahrten des vergangenen Jahres.

Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben.

Autor: C. Schweizer


Leseabend im Losament am 17.04.2010 - Von „Nonnenkleinoden“ und der Problematik des „(nicht) können Könnens“

Kerzenschein, elegant gekleidete Damen und vor allem eine delikate Auswahl an Texten der frivolen Weltliteratur – dies alles erwartete die Gäste, die sich am vergangenen Samstag im Losament der Landsknechte Bretten eingefunden haben, um bei dem von den Ambosaten organisierten Leseabend dabei zu sein. Vorgetragen wurden zwölf sehr unterschiedliche Texte zum Thema „Lust und Laster im Spiegel der Zeit“ von Schauspielern des Gugg-e-mol Theaters in Bretten.

Den Anfang der Lesung bestimmte die Problematik der männlichen Schwäche. Dabei schilderte der römische Dichter Ovid gekonnt sein Problem des „können Könnens“. Darauf folgte ein Text zur Nichteinhaltung der Sitten im Badhaus vom Jahr 1496. Hierin äußerte der Hohe Rat der Stadt Aschaffenburg seinen Unmut über das Treiben in den Badezubern der Stadt, welchem er mit Ankündigung einer Prangerstrafe ein Ende zu setzen, versuchte. Lasterhaft ging es weiter. Die nächsten drei Texte beschäftigten sich mit dem Sexualleben römischer Kardinäle, katholischer Nonnen, sowie dem Verhältnis des Adels zu seinen jeweiligen Kurtisanen. Dabei wurde von Liebesromanzen zwischen Fürsten und Nonnen genauso schamlos berichtet, wie von „russischen Lasterklöstern“ und „mit Champagner gefüllten Nonnenkleinoden“. Auch die Ausführungen zu den unterschiedlichen „Lustartikeln“ der Nonnen in Klöstern fand großes Interesse und allgemeines Erstaunen. So hieß es denn, dass die Damen sich „künstliche (r) Phallen mit anhängendem Hodensack voller Milch, die sie beim Höhepunkt zur Steigerung der Lust in ihren Schoß entleeren konnten“ behalfen.

Als nächstes folgte die Predigt eines Kaplans an ein Regiment zur Osterzeit während des 30-jährigen Krieges im Jahr 1630. Dieser warnte die Soldaten im Laufe seiner Rede vor der „höllischen Krankheit“ und legte ihnen nahe „ihr fleischernes Schießrohr“ doch lieber für die Ehe zu sparen.

Auszüge aus einem so genannten „Komplimentierbuch“ lehrten das Publikum im Folgenden, welcher schmeichelnden Worte sich sowohl der Herr als auch die Dame bei einem intimeren Umgang bedienen sollten. Als Beispiel seien hier die von dem Mann beim Erreichen seines Höhepunktes auszusprechenden Worte genannt: „Des Eros Träne naht!“, welche zu allgemeinen Lachern bei den Gästen führten.

Ein Brief zum „Recht der ersten Nacht“, der mit einigen verwandtschaftlichen Komplikationen gespickt war, fand im Laufe des Leseabends genauso viel Gefallen beim Publikum, wie Goethe´s Text zur Selbstbefriedigung einer Frau aus „Die Wahlverwandtschaften“. Es wurde festgestellt, dass auch die Juristerei nicht frei ist von Fällen der Frivolität ist, wie ein Protokoll der Staatsanwaltschaft aus dem Jahre 1898 eindeutig beweist. Im vorletzten Text erklärte Berthold Brecht dann, in seiner ihm angeborenen Direktheit, „wie man am besten Engel verführt“, bevor sich der Kreis mit Günther Grass „Blechtrommel“ und der Schilderung von Oskars männlicher Schwäche schloss.

Es lässt sich sagen, dass im Laufe des Leseabends das Thema Sexualität vom Altertum bis ins 20. Jahrhundert in all seinen Facetten beleuchtet wurde. Dabei gelang es den Vorlesenden das Publikum in einer unvergleichlichen Art und Weise in seinen Bann zu ziehen.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgten im Anschluss an die Lesung leckere Häppchen, die in Form eines geschmackvoll angerichteten Buffets serviert wurden. Dabei blieb auch ausreichend Zeit zur Diskussion. Und auf die wollte bei diesem Thema kaum einer verzichten….

Autor: Manuela Gemmrig

 

Jubelstammtisch im Losament am 25.04.2008

Anlässlich des 30. Jahrestages der Vereinsgründung fand der Stammtisch im Gwand mit vielen Gästen statt. Bei guter Stimmung eröffnete unser 1. Vorstand Peter offiziell das Jubiläumsjahr.

Nach einem kurzen Grußwort mit Bezug auf die Entwicklung der Vereins wurde unsere Jubiläumsschrift vorgestellt. Das Landsknechts-ABC beinhaltet Wissenswertes und Allerlei aus den vergangenen 5 Jahrzehnten. Viele fleissige Helfer machten den Umfang und die Optik möglich, ein Werk, das in keiner Landsknechts-Bibliothek fehlen darf (für 5 € bei der Stadtinformation Bretten zu erwerben).

Ein weiterer Punkt des Abends war die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages für die Jugendarbeit mit den 5-Schneeballen.

In Erinnerung an längst vergangene Tage wurden die Anwesenden mit einem wunderbaren Spießbraten verwöhnt und für die nötigen “flüssigen Mittel” waren wie immer Inge und Hermann, mit Unterstützung durch Gabi zuständig.

Autor: B. Kafka

 

Wiederinbetriebnahme unseres Losaments am 25.01.2008

Zum ersten Stammtisch in unserem Jubiläumsjahr 2008 war es endlich soweit. Nach fast eineinhalbjähriger Zwangspause wegen Reinigungs- und Renovierungsarbeiten nach dem Brand im Landsknechtskeller konnte das Losament von den Landsknechten und Marketenderinnen wieder in Beschlag genommen werden. Gleichzeitig wurde das diesjährige Festjahr offiziell eröffnet. Der Andrang war groß, Sigi und Günter sorgten für das leibliche Wohl und unser Kellerwirt-Ehepaar Hermann und Inge war wieder ganz in seinem Element und schenkte bis spät in die Nacht Wein und Bier aus.

Vertreter der Bürgerwehr, die uns in der “losamentlosen” Zeit Obdach gewährte, kamen der Einladung unserer Vorstandschaft nach und überreichten der Landsknechtsgruppe ein, den meisten bekanntes, Geschenk zur offiziellen Wiedereröffnung des Kellers.

Besonderer Dank an die vielen fleißigen Helfer, die gebaut, geräumt, gemalt und geputzt haben, bis der Keller in neuem Glanz erstrahlte und nun wieder zu unserer Verfügung steht.

Autor: B. Kafka