Arbeitskreis Frauen

Beim ersten Treffen im Spätjahr 2008 lag der Schwerpunkt in der Erörterung der Fragen „Wie kamen die Frauen zum Tross und was für Frauentypen waren Sie?“

In zwei Gruppen erarbeiteten wir nahezu identische Ergebnisse. Demnach waren Trossweiber Mägde sowohl aus dem ländlichen als auch aus dem städtischen Gebiet die aus sehr unterschiedlichen Gründen mitgezogen sind. Sei es aufgrund von Misshandlungen durch den Dienstherrn oder Vater, das Wegsterben des Mannes oder eine Flucht vor Bestrafung. Entführung oder der Verkauf des Mädchens durch den Vater brachten manche Frauen unfreiwillig zum Tross und andererseits gab es sicherlich auch welche, die sich der Ständeordnung nicht unterwerfen wollten und aus Abenteuerlust oder Gewinnstreben die Entscheidung getroffen haben. Daneben gab es die große Gruppe Frauen, die als professionelle Lagerdirnen vom Heerführer angeworben und in Sold genommen wurden, davon dürften die meisten sich ihren Lebensunterhalt bereits mit Liebesdiensten verdient haben.

Der Weg in den Tross war für diese Frauen ohne Rückkehr in ein normales Leben und verlangte mit Sicherheit viel Mut. Sie mussten selbstbewusst, flexibel und lernfähig sein, aber sicherlich auch berechnend und skrupellos. Das „Huschele“ hatte keine Chance.

Daneben gab es die „ehrbaren“ Frauen, die als Ehefrau oder Magd der mitreisenden Handwerker  und Händler einen anderen Stand hatten und auch wieder in die normale Gesellschaft zurück konnten. Ebenso wie die Handwerkergattinnen waren auch die Helferinnen in diesen Zweigen ehrbar und von den Trossweibern klar abzugrenzen. Generell war aber eine große Durchlässigkeit da und ein kurzes Abenteuer mit einem Landsknecht konnte aus der „ehrbaren“ Frau ganz schnell ein Trossweib oder eine Prostituierte machen.

Zu der Zeit, die wir darstellen, waren Frauen rechtlos. Die Trossfrauen unterlagen zwar nicht mehr der strengen Ständeordnung, doch die Abhängigkeit von einem Mann blieb ihnen auch im Tross erhalten. Sie mussten sich mit einem Landsknecht zusammentun. Ob als Helferin eines Geschäftes, die ausschließlich von Männern geführt wurden, als Lagerdirne, die dem Hauptmann unterstand oder als Trossweib in einer Maienehe. Da die Geschäftsbetriebe Sudlerei und Marketenderei bei uns schon sehr gut dargestellt werden, wollten wir uns in auf die Darstellungsmöglichkeiten der Trossfrau in einer Maienehe konzentrieren.

In weiteren Treffen gingen wir der Frage nach den Funktionen und Aufgaben der eigentlichen „Trossweiber“ nach. In diesem Zusammenhang wurde auch bemerkt, dass der bei uns gebräuchliche Ausdruck „Marketenderin“ die Rolle der Frauen in unserer Gruppe eigentlich beschönigt und nicht ganz korrekt ist. Die Marketenderin ist die Händlerin und nicht der Großteil der im Heer befindlichen Frauen.

Wir haben uns Gedanken zu den Arbeiten gemacht, die die Trossweiber täglich im Zweckbündnis verrichtet haben. Neben dem Essen zubereiten, mit allen damit verbundenen Arbeiten wie Holz und Lebensmittel besorgen, der Körperpflege, Wundversorgung, der Lageraufbau zu dem auch das Sauberhalten der Schlafstätte die Durchführung kleinerer Reparaturen und der Transport gehört hat, ist das Nähen und Flicken, der Handel, die Kinderbetreuung und eventuell die Tierversorgung, Schanz- und Latrinenarbeiten und noch einiges mehr genannt worden.

Beim letzten Treffen, im Frühjahr 2011 machten wir uns Gedanken, welche der Tätigkeiten z. B. an PuP oder bei Ausfahrten dargestellt werden können und wie die Organisation möglich ist. Neben der geplanten Einteilung in militärische Rotten sollten Zweckgemeinschaften festgelegt werden. Wünschenswert ist, dass die einzelnen Zweckbündnisse sich dann untereinander Gedanken machen, wie die Darstellung des Zusammenlebens ablaufen soll.

Birgit Kafka